Wirksame Software ohne Risiken und Nebenwirkungen

AiDKlinik


Bereits seit 2003 arbeiten Ärzte am Universitätsklinikum Heidelberg mit digitalen Medikamentenrezepten. Dabei können sie auf ein webbasiertes Arzneimittel-Informationssystem zugreifen: Die datenbankgestützte Software AiDKlinik® verhindert, dass Patienten Medikamente in Dosierungen oder Kombinationen erhalten, die möglicherweise gefährlich sind. Denn welche Nebenwirkungen die einzelnen Arzneien haben könnten und wie sich verschiedene Mittel in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen, ist heute selbst für Experten kaum noch überschaubar. Der Datenbank-Check vor der Verordnung einer Arznei erhöht unter anderem die Sicherheit für Nierenkranke und hilft darüber hinaus, Kosten zu sparen.

Aktuelle Entwicklungen und Qualität

Unser Softwaresystem wird ständig wissenschaftlich betreut, optimiert und erweitert. Für 2007 / 2008 stehen die folgenden Forschungsschwerpunkte auf unserem Programm:

  • Studie "Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz" mit dem überarbeiteten Modul DosingExpert, das dem Arzt bei der Verordnung verbesserte Ratschläge liefert.
  • Studie "Maximale Tagesdosen" mit dem neuartigen Modul MaxDose reagiert AiDKlinik® noch zielgerichteter auf Dosierungsfehler und gibt dem Arzt konkrete Hinweise.
  • Studie "Allergy alert" mit einem neuartigen Modul zur Erkennung unerwünscher Allergien.
  • Studie "Drugs in elderly" zur Berücksichtigung der Besonderheiten älterer Patienten.
  • Studie "Overalerting" - durch ein neuartiges Konzept versuchen wir Warnhinweise und das "klinische Management" zu verbessern. Hierbei werden z.B. gegenläufige Interaktionsmuster erkannt und die Gesamtheit aller Meldungen integriert berücksichtigt.
  • Einführung von standardisierten LOINC®-Codes für klinische Labormesswerte (siehe DIMDI-Pressemitteilung)
  • Realisierung weiterer WebServices (SOAP) zur Anbindung beliebiger weiterer Fremdsysteme an die Wissensbasen von AiDKlinik®
  • Diverse weitere gemeinsame Studien mit unseren Partnern und Kunden zur Ermittlung der Effekte auf Qualität, Outcome und Kostenreduktion etc. im Routine-Einsatz von AiDKlinik® in der unmittelbaren Patientenversorgung und Arzneimitteltherapie.

Nach der wissenschaftlichen Publikation der Ergebnisse werden die einzelnen Module fester Bestandteil von AiDKlinik®. Durch diesen kontinuierlichen Qualitätsprozess und der ständigen kritischen Fortentwicklung hoffen wir ein Optimum für unsere Patienten und Kunden zu erreichen.  Denn:

Nur in der Verschiedenheit sind alle Menschen gleich

und die Wirkung von Medikamentenkombinationen kann von Mensch zu Mensch sehr variieren. Allein in Deutschland sind zehntausende verschiedener Medikamente auf dem Markt. Angesichts dieser unüberschaubaren Menge setzten sich klinische Pharmakologen, Apotheker und Medizininformatiker am Universitätsklinikum Heidelberg zum Ziel, eine Software zu entwickeln, die Informationen aus verschiedenen pharmakologischen Datenbanken verarbeitet. Durch den Datenbankabgleich mit patientenindividuellen Daten werden Fehlmedikationen mit Überdosierungen und unerwünschte Nebenwirkungen vermieden. So ist eine individualisierte, sichere und effiziente Arzneimitteltherapie möglich. Unter der Leitung von Professor Dr. med. Walter Emil Haefeli und Dipl.-Ing. Jens Kaltschmidt entwickelte das Heidelberger Team eine webbasierte Software für die Medikamentenverordnung – das Arzneimittel- Informations-System AiDKlinik - welches ohne Schulungsaufwand eingeführt werden konnte.

Wissensbasen zum korrekten Einsatz der Inhaltsstoffe

Viele Patienten sind niereninsuffizient – im Durchschnitt jeder sechste Patient in stationärer Betreuung und fast alle älteren Patienten. Außerdem wird nahezu jedes sechste Arzneimittel maßgeblich über die Nieren eliminiert. Dosisanpassungen an die individuelle Nierenfunktion sind deshalb ein alltägliches ärztliches Problem. AiDKlinik berechnet für jeden einzelnen Patienten die optimale Wirkstoffdosis und liefert dem Arzt angepasste Vorschläge zur Medikation. Hierfür werden automatisch die im Krankenhausinformationssystem gespeicherten Blutwerte, Geschlecht, Alter und Gewicht des Patienten herangezogen. Positiver Nebeneffekt: Das System hilft, die Kosten für Arzneimittelausgaben zu senken. Für AiDKlinik wurden hierfür einzigartige Algorithmen zu über 600 Inhaltsstoffen zur Dosisberechnung entwickelt und integriert. Außerdem tragen weitere Wissensbasen mit Hinweisen beispielsweise zu Schwangerschaft oder Stillzeit, Doppelverordnung und bei unerwünschten Arzneimittelwechselwirkungen zur optimalen Medikation und somit zur Erhöhung der Arzneimittelsicherheit am Universitätsklinikum Heidelberg bei. Ein Schwerpunkt der Tätigkeiten ist hierbei vorallem auch die wissenschaftliche Begleitung der Neuentwicklungen durch Studien.

AiDKlinik® unterstützt ärztliche Arbeitsabläufe

Die Anwendung von AiDKlinik® am Universitätsklinikum Heidelberg zeigt, dass sich die Software gut in die ärztlichen Arbeitsabläufe integriert. Viele Rezepte werden innerhalb weniger Sekunden zusammengestellt, die Hälfte innerhalb von 80 Sekunden gedruckt. Pro Monat werden über 50.000 Suchanfragen im Mittel in weniger als 1,2 Sekunden durch das System bearbeitet. Durchschnittlich gibt es 20 Prozent falsch formulierte Suchangaben – auch diese können dank der integrierten phonetischen Suche beantwortet werden.

Wir sehen aus unsere Erfahrungen deshalb gute Chancen, das System auch in anderen Kliniken und in Arztpraxen einzusetzen. Erste Testinstallationen in vier weiteren deutschen Kliniken, unter anderem der Charité Berlin, sind bereits sehr Erfolg versprechend und das Universitätsklinikum Frankfurt am Main, das Bundesknappschaftskrankenhaus Püttlingen sowie das Diakonie-Klinikum Schwäbisch-Hall gehören zu unseren ersten Kunden (Mehr >>).

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